Wie jedes Jahr ging´s auch heuer wieder Ende Mai an den großen Fluss, für ein verlängertes Wochenende.

Als Max und ich ankamen, gab´s gleich ein Mittagessen mit den Teilnehmern vom „Wallerforum meets Waller-Welt“-Event. Wir erfuhren, dass während des Events schon schöne Fische gefangen werden konnten, aber Erwartungsgemäß war die Waller-Laich in vollen Gange und somit sollte es sich nicht einfach gestalten, die Bartel-Träger in den nächsten Tagen zu überlisten!

Max und ich vermuteten Laich-Nester der Waller in der Nähe von großen Brücken-Pfeilern und so machten wir uns auf den Weg zu eben solch einer Brücke. Dort angekommen spähten wir auch gleich einen geeigneten Platz unterhalb der Brücke aus, wo wir die erste Nacht fischen wollten.
Jedoch zuvor fuhren wir noch oberhalb der Brücke auf eine Sandbank, um unseren Köderfisch-Vorrat ein wenig aufzubessern.

Als wir so vor uns hin feederten, fuhr ein Boot v. Camp an uns vorbei und Max konnte es voraus sehen: Das Boot legte genau dort an, wo wir es auch geplant hatten. Naja, es gab ja noch einen Platz am gegenüberliegenden Ufer… Keine 5 min. später fuhr das zweite Boot an uns vorbei und… genau: Dieses Boot legte eben genau am gegenüberliegenden Ufer an, sodass unser Plan geplatzt war.

Was jetzt tun? Wir beschlossen, dort zu bleiben, wo wir waren und die Brücke von oberhalb zu befischen. Während Max noch ein wenig damit haderte, dass unser Plan A nicht aufging, war ich überzeugt, dass das Schicksal es so wollte, dass wir nun diesen Spot befischten. Und während wir die Ruten ausbrachten, konnten wir u.a. einen sehr markanten Abriss finden, wo Max auch gleich eine Rute ablegte.

Genau diese Rute war es dann auch, die als Erste krumm ging. Ab ins Beiboot und schon pumpte uns Max an den Fisch heran. Als der Fisch begann, uns Fluss aufwärts zu ziehen, durften wir auf „etwas Größeres“ hoffen. Die Nervosität stieg mit der Dauer des Drills, bis ich schließlich den Fisch im Maul packen und ins Boot ziehen konnte. Nachdem der Waller in seiner Pracht im Beiboot lag, schätzten wir mal vorsichtig um die 2 m Länge. Ordnungsgemäß vermessen ergab sich dann eine Länge von 2 m und 6 cm… Wir waren begeistert und zum gelungenen Auftakt gab´s das obligate Wallerbier!

Die folgende Nacht blieb es ruhig und so wechselten wir in der dritten Nacht auf einen der beiden Plätze, die wir eigentlich schon in der ersten Nacht befischen wollten. Dort angekommen gab es ein böses Erwachen, da das Wasser inzwischen für die Forellen zu warm wurde und wir nur mehr 3 Köfis übrig hatten… So gaben wir uns Mühe, 3 von 6 möglichen Ruten so gut als möglich auszulegen. Es war inzwischen Nacht geworden, als die erste Rute sich mit lautem Gebimmel meldete. Anschlag und… nix. Sch… dachte ich bei mir, als ich nur den Köfi herbei kurbelte. Während dessen ging die 2. Rute krumm. Anschlag und… Hängt! Als Max und ich uns wieder zum vermeintlichen Fisch heran kurbelten, war die Rute wohl auf Spannung, aber ich spürte keinerlei Gegenwehr. Nachdem ich das Gewicht am anderen Ende der Schnur nach oben pumpte, war die Überraschung groß: Ein Einkaufskorb war in unsere Montage geraten – Nochmal Sch… – das gibt´s doch nicht, oder?

Als wir wieder im Hauptboot waren, kontrollierten wir den Köfi v. der ersten Rute und tatsächlich hatte ein Waller den Fisch platt gequetscht, war aber nicht hängen geblieben beim Biss. Hmmm, jetzt war nur noch eine, letzte Rute scharf. Ich meinte ironisch zu Max, dass wir uns gut ausschlafen könnten, wenn wir diese Rute auch noch reinziehen würden, was wir natürlich nicht taten. Und wieder glaubte ich an das Schicksal und sagte zu Max, dass es halt einfach so sein soll, und uns die letzte Rute noch einen Fisch bescheren wird.

Und so war´s dann auch: Die letzte Rute ging krumm und der Fisch nahm auch sogleich Schnur von der Rolle. Wieder folgten wir dem Fisch mit dem Beiboot, bis wir auf gleicher Höhe waren. Während ich so dahin drillte, kam mir ein Juchzer aus – immer wieder ein unbeschreibliches Gefühl – so ein Wallerdrill! Mittlerweile machte mich Max darauf aufmerksam, dass wir schon ganz schön weit entfernt waren vom Hauptboot – aber was sollte ich machen. Der Fisch ließ sich nicht beirren und zog und zog. Nach erfolgreicher Landung ergab das Messen 2,23 m. Das war nun der zweite „Ü2″ und wir waren restlos glücklich!

Die letzte Nacht brachte so, wie die zweite Nacht, keinen Fischkontakt mehr und wir konnten am Sonntag zufrieden die Heimreise antreten. Diese wurde dann am Ende zu einem Albtraum, mit der Rekordfahrzeit von über 10 Stunden!!! Auch der Stau konnte unsere Freude über das Erlebte in den vergangenen Tagen, nicht wirklich trüben! Wir kommen bald wieder…

Paolo